Chirurgie

Neuromonitoring in der Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie

In Deutschland werden jährlich etwa 75 000 Schilddrüsenentfernungen ausgeführt. Bei der Operation kann es zu einer Verletzung des sogenannten Stimmbandnerven (Nervus laryngeus recurrens) und eines Kehlkopfnerven (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommen. Beide Nerven ziehen auf jeder Seite hinter der Schilddrüse bis an den Kehlkopf. Sie liegen damit der Schilddrüse unmittelbar an.

Bei der Operation sollten diese Nerven nicht verletzt werden, da es sonst zu einer anhaltenden Heiserkeit (Nervus laryngeus recurrens) bzw. zum Verlust der Stimmhöhe sowie zu einer schnellen Ermüdbarkeit der Stimme (Ramus externus des Nervus laryngeus superior) kommen kann.

Mechanismen, welche zu einer postoperativen Schädigung der beiden Nerven (Recurrensparese) führen können reichen von der Durchtrennung des Nervens bis zur Zug-, Druck- bzw Dehnungsschädigung, Ligatur des Nervens sowie thermischen Schädigungen durch elektrische Koagulation.

Die Häufigkeit an permanenten einseitigen Recurrensparesen wird in der Literatur mit 0,9% -14% angegeben.

Um Nervenverletzungen zu vermeiden, wenden wir eine spezielle Untersuchungsmethode, das sogenannt intraoperative Neuromonitoring (IONM) intermittierend und kontinuierlich (CIONM) in der Schilddrüsenchirurgie und Nebenschilddrüsenchirurgie an. Mit dieser Technik kann eine Identifikation und eine Funktionsbeobachtung der Nerven während der Operation erfolgen.

Diese Methode wird routinemäßig in der chirurgischen Abteilung des Krankenhaus Salem in der Schilddrüsenchirurgie eingesetzt und reduziert das Risiko von beidseitigen Stimmband- bzw. Kehlkopfnerven-Verletzungen.

Auch in anderen Sektionen (z.B. der Wirbelsäulenchirurgie) wird das Neuromonitoring im Krankenhaus Salem eingesetzt. 

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